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Entries: 3009    Updated: Sat Nov 10 02:16:07 2001    Owner: Christiane Hawkshaw

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  • ID: I73
  • Name: Georg Karl LUDWIG
  • Given Name: Georg Karl
  • Surname: LUDWIG
  • Sex: M
  • Note:
    Mitbegruender des Korps Starkenburgia, das zu einem der vornehmsten
    seiner Zeit zaehlte, es gehoerte zu den Burschenschaften. Im Zuge der
    Unruhen 1848 musste Ludwig die hessische Universitaet in Giessen
    verlassen, und konnte an der badischen Uni in Heidelberg
    weiterstudieren. Somit bekam er spaeter nicht nur den hessischen
    Orden vom Phillip sondern auch den badischen vom Zaehringer Loewen.

    Ein Gedicht von Emilie Schmeel, geb. Ludwig, 1845-1929 an Ihren Onkel,Dr. med. Georg Ludwig, Heppenheim

    Dem Onkel Georg zum 70. Geburtstag
    den 9. Mai 1896

    Dir, Georg Ludwig,
    Dir gratulier ich
    mehr als je!
    Fuerwahr hast heuer 70 Jahr.


    Moegst zu Schande Du machen
    was uns die Bibel verspricht
    70! das ist ja zum Lachen
    80? auch so tun wir's nicht!
    Aber auch war muehe das Leben
    Sorgen und arbeit Dir schwer.
    Hast Du so viel schon gegeben
    Immer noch fordern wir mehr.

    Immer der Ersten noch Einer,
    scheinst Du der Wissenschaft Schmerz
    unter den Juengeren ist keiner
    der nicht den Meister vergoetzt
    Was Du aus Kleinem geschaffen
    Wie es nun maechtig steht hier
    Guete nur hiessen die Waffen,
    Menschlichkeit hiess Dein Panier.

    Moegst Du weiter nun schreiten
    ruestig uns allen voran
    moegen noch lange begleiten
    Glueck und Erfolg Deine Bahn.


    Gedicht an Georg KarlLudwig (?) aus dem Jahre 6. Juli 1859
    In diesem Jahr hat Georg den" Verdienstorden Phillips desGrossmuetigen "verliehen bekommen

    Onkel Georg zu einem Ihm vom Grossherzog Ernst Ludwig verliehenenOrden

    "Dem wuerdigsten seine Krone"
    dieses Sprichwort ist nicht Ohne
    selbst der Fuerst muss dies bedenken
    und Dir einen Orden schenken
    wenn's auf mich waer angekommen
    haettest 20 Du bekommen.
    Dass so spaet wir gratulieren
    darf Dich ja nicht irritieren.
    denn Du weisst im ......
    kann man keine Verse schmieden
    und mir wars doch aufgetragen,
    von uns allen Dir zu sagen
    unseren Glueckwunsch zu dem Orden
    der zuteil Dir ist geworden.


    Abschrift eines Schriebs
    16. April 1841

    Der Hofnarr Georg Karl Ludwig
    (1826-1910) gratuliert seinem Vater zu dem 64. Geburtstagfolgendermassen:
    (der Vater war Heinrich Philipp Ludwig, 1777-1864, der BessungerTorpfarrer)

    Dir Heinrich, gratuliere ich
    Du bist ja jetzt fuerwahr
    64 Jahr!

    Moege sich nimmer erschoepfen
    Jemals das Geld in dem Sack
    jemals das Mehl in den Kaesten
    jemals der Rauchtabak.
    Moegen Dich lange noch tragen
    Lustig Dein Fuss in den Wald
    wo Dich zu Deinem Behagen
    immer der Vogel umhallt.

    Moegst Du Gelder uns reichen
    legen in Menge uns vor
    moege nicht von Dir weichen
    Freude und guter Humor.

    Moegest Du auch noch uns schauen
    Aber als Diener dem Staat
    moegest Du Gott nur vertrauen
    immer in Rat und in Tat.

    Moege Dein Knie noch umfassen
    der Enkel reichliche Schaar
    moege nicht vor Dir verblassen
    die Gattin, die gute Mama.

    (dieser Wunsch erfuellte sich nicht, obwohl die Gattin so viel juengerwar. Anmerkung Schmeel)

    Moege noch lange Dich laben
    abends der perlende Wein
    moege doch lange noch haben
    unser Familienverein.


    Teil eines Tagebuch von ?, ganz schwer zu lesen, auf hellblauemdoppelbogen und auch helles Papier



    Reisebericht, die starten von Stuttgart
    Viel aus der Studentenzeit von Georg Karl Ludwig, 1853, Lieder etc.vorhanden, auch Tagebuch. Schlecht zu lesen!




    Georg Karl Ludwig:

    Wird am 5. Oktober 1854 bestaetigt, dass er in die Buergerliste derGemeinde Darmstadt eingetragen ist.

    Staatsexamensbestaetigung am 11.Nov. 1853 hat der Arzt Dr. GeorgLudwig sein Staatsexamen mit "gut" bestanden und ist damit befaehigt,eine Kreisarztstelle auszufuellen.

    1882 Gehaltsfestlegung fuer den geheimen Medizinalrat Dr. GeorgLudwig. Er bekommt nunmehr 6000 Mark jaehrlich.



    Georg Ludwig, 18. Sept. 1897

    An den geheimen Medizinalrath Dr. Georg Ludwig

    Hochgeehrter Herr geheimer Medizinalrath!

    Das Dekret, welches Sie unter allerhoechster Anerkennung Ihrerausgezeichneten Verdienste, Ihrem Wunsche gemaess, in Ruhestandversetzt, kann ich nicht abgehen lassen, ohne Ihnen auch von Seitendes Ministeriums und speziell von mir zu sagen, wie sehr wir bedauern,dass Ihre vorgerueckten Jahre und koerperliches Leiden Sieveranlassten, aus dem oeffentlichen Dienst zu scheiden. .....War IhreGenauigkeit in Ihrem Amt Ihre ausgezeichnete Befaehigung zu demselben,den humanen Geist, mit welchem Sie ihm vorstanden, kennen zu lernenGelegenheit hatte. Der wird unserem Bedauern beipflichten, nichtminder aber auch der Anerkennung, welche unser Landesherr in dembeifolgenden Dekrete, und welches wir durch Verleihung der Krone zudem Kompturkreuz des Philippsordens, welches Sie besitzen, bekraeftigthat.

    Mit den Glueckwuenschen des Ministeriums zu dieser Auszeichnungverbinde ich meine eigenen. Ich fuege meine waermsten Wuensche fuereinen gluecklichen, und Ihnen noch manche Befriedigung gewaehrenden,Ruehstand dazu, und bin mit vorzueglicher Hochachtung und vollDankbarkeit,
    Ihr ergebener ?

    18. Sept. 1897
    Zum 9. Mai 1893 von Emilie Schmeel, geb. Ludwig (1846-1929)
    Frei nach beruehmten Mustern

    Dir, Georg Ludwig (geb.9.5.1826),
    Dir gratulier ich
    Siebenundsechzig Jahr

    Moege Dir alles gedeihen
    was Deine Sorge umfasst
    moechten die Lagen sich reihen
    leichter an Arbeitslast

    Moegest Du immer erschauen
    Gattin und Kinder gesund
    moechten die Enkel ergrauen
    eh Du verlaessest den Bund.

    Moechte das Beispiel des Lebens,
    dass Du bis heute gefuehrt
    werde zur Quelle des Strebens
    allen, die davon beruehrt

    Moechten die Aermsten der Kranken
    denen Dein Wirken geweiht
    stehts Deinen Lehren verdanken
    Liebe und Duldsamkeit

    Nennt man in kuenftigen Tagen
    einstmals die Besten im Land
    moecht jede Wette ich wagen
    dann wirst auch Du genannt.

    Dir, Georg Ludwig, Dir gratulier ich
    bringe nur fuerwahr
    auch die Hundert Jahr.

    Deine dankbare Nichte Emilie
    Heppenheim, 9. Mai 1893

    weiss doppelt A5 von Emilie Schmeel, geb. Ludwig
    (Der Onkel Georg Ludwig erlitt damals einen schmerzhaftenHexenschuss)
    I. Gedicht Onkel Georg zum 74 Geburtstag, 9. Mai 1900
    nachgedichtet einem Liedchen, dass Onkel einst seiner 2jaehrigen Ilsegedichtet, und das lautete:

    Ilse dick, der Eltern Glueck
    will nicht laenger warten
    Ilse schoen, wird mit mir gehn
    In Direktor's Garten.
    Ilse klein, ist so fein
    macht sich wirklich nobel
    Ilse Kuss, ist Hochgenuss
    fuer den alten Vogel

    Onkel lieb, zu seinem Glueck
    hat Geburtstag heute
    Onkel schoen, wird heute sehn
    viel vergnuegte Leute
    Onkel fein, wird heute sein
    Vierundsiebzig Jahre
    Hexenschuss, kein Genuss
    Nun von dannen fahre

    Tante gut, zu seiner Freud
    lang noch bei ihm bleibe
    ist es auch oefters Brauch
    dass sie klagt im Leibe
    das vergeht, wenn man steht
    auf vor Tagesgrauen
    Und dann flott, bleibt im Trott
    dass die Leute schauen

    Ilse auch, wie's der Brauch
    hilft der Mutter Sorgen
    alles geht, alles dreht
    sich um Onkel Georgen.
    Bieberbach, manchen Tag
    suchet den Berater
    Lina schnell, ist zur Stell'
    will oft sehn den Vater

    Hermann brav, stiehlt den Schlaf
    sich zu stetem Schaffen
    Steinbruch durch die Starkenburg
    hilft ihm, Geld erraffen
    und es freut sich der Zeit
    da der Vater siehet
    wie das Geld zu ihm rollt
    und Geschaeft ihm bluehet.

    Enkel zwei, sind stehts dabei
    mit zu Dir zu gehen
    hoffen bald, solst zur Zeit
    sie als Maenner sehen
    alles freut ja sich heut
    Dir zu gratulieren
    und der Tag
    erst noch mag alle zu Dir fuehren.
    Gedicht zu Onkels Geburtstag, nach dem Versmass des Gedichtes, dassOnkel seinem Vater zum 64. Geburtstag machte.

    Dir, Georg Ludwig, Dir gratulier ich
    hast ja heut fuerwahr
    vierundsiebzig Jahr

    Gilt auch bei anderen Leuten
    vierundsiebzig fuer viel
    nichts sie dem Ludwig bedeuten
    der ist noch weit von dem Ziel.

    Moege Dir weiter gedeihen
    ebenso Arbeit wie Ruh
    magst die Erfahrungen leihen
    lang noch den Juengeren Du.

    Moegest das Werk Deines Lebens
    stehts Du erschauen mit Genuss
    moegest Du niemals vergebens
    fordern der Gattin Kuss.

    Moegest die Kinder Du sehen
    frisch und gesund um Dich her
    mag in den Enkeln erstehen
    was Du erreichtest nicht mehr.

    Moegest dem Stamm Du gleichen
    bis in die spaeteste Zeit
    der seinen jungen Gezweigen
    Vorbild und Tatkraft verleiht

    Dir, Georg Ludwig, Dir gratulier ich
    fahre nur fort fuerwahr
    so noch 20 Jahr.
    Urkunde:

    Medizinaldirektorium

    Der praktische Arzt, Dr. Georg Ludwig, aus Darmstadt, hat in dem vonder unterzeichneten Behoerde unter dem 30.September abgehaltenenStaatsexamen gut bestanden, und wird damit zur Bekleidung einerKreisarztstelle fuer gut befaehigt erklaert.

    Darmstadt, den 11. November 1853
    Medizinaldirektorium
    Dr. Graff


    Hochverehrter Herr College!

    Der 9te Mai 1896, an welchem Sie in voller Ruestigkeit das 70jaehrigeJubilaeum Ihrer Geburt begehen, ist auch fuer den Verein der deutschenIrrenaerzte ein Fest- und Ehrentag und es ist fuer den unterzeichnetenVorstand des Vereins eine freudig uebernommene Pflicht, Ihnen nichtnur die herzlichsten Glueckwuensche zu diesem Tage auszusprechen,sonder auch Ihnen zu sagen, dass wir mit Solz und Dankbarkeit Ihrerhervorragenden Verdienste um die gemeinsame Sache gedenken.
    Duerfen wir Sie doch zu den Pionieren der deutschen Psychiatriezaehlen, welchen das Verdienst gebuehrt aus den duerftigen Anfaengender Irrenfuersorge heraus wie Sie um die Mitte unseres Jahrhundertsnoch fast ueberall in Deutschland bestanden, den Uebergang zu denhumanen und segensreichen Einrichtungen der Neuzeit errungen zu haben.

    In der nach Ihren Plaenen erbauten Landesirrenanstalt zu Heppenheim,welche seit nunmehr 30 Jahren unter Ihrer Leitung steht, haben sie einWerk geschaffen, das sowohl in seiner Einrichtung wie in seinerFuehrung als mustergiltig bezeichnet werden darf, und das vielfach alsVorbild fuer deutsche und fremde Anstalten gedient hat.
    Sie haben aber auch erkannt, dass die humane Thaetigkeit desIrrenarztes nicht mit der Entlassung der Kranken aus der Anstalt ihrEnde finden duerfe sondern dieselben auch in die heimischenVerhaeltnisse begleiten muesse und so haben Sie durch Gruendung desVereins fuer entlassene Geisteskranke und durch die unermuedlichepersoenliche und schriftstellerische Thaetigkeit, durch welche Sie dieweitesten Kreise Ihres Vaterlandes fuer diese Sache interessierthaben, eine Organisation durchgefuehrt, wie sie in gleicherVollstaendigkeit nur in wenigen anderen Staaten besteht.

    Als Ihr besonderes Verdienst muessen wir es ferner ruehmen, dass Sievon jeher mit dem ganzen Gewichte Ihrer Persoenlichkeit dafuereingetreten sind, der Psychiatrie auch als Wissenschaft den ihrgebuehrenden Platz zu erringen und dieselbe auch als Lehrfach an denUniversitaeten einzubuergern.
    Sie haben wesentlich dazu beigetragen, die engen Beziehungen derPsychiatrie zu den benachbarten Disziplinen, insbesondere dergesammten Neurologie zur Geltung zu bringen und es ist als Ihr Werk zubezeichnen, dass aus den seiner Zeit von Ihnen berufenen grundlegendenVersammlungen zu Heppenheim die nun seit zwanzig Jahren bestehende, zuso grosser Bedeutung gelangte Wanderversammlung suedwestdeutscherNeurologen und Irrenaerzte sich entwickelt hat.
    In hervorragender Weise haben Sie dafuer gewirkt, dass an derLandesuniversitaet Giessen eine psychiatrische Klinik eingerichtetwurde.
    Mit besonderer Genugthuung muss es Sie erfuellen, dass diese nun in sovortrefflicher Ausstattung ins Leben getreten ist und dass damitgewissermassen der Schlusstein der psychiatrischen Einrichtungen inIhrem engeren Vaterlande eingefuegt wurde.
    Nicht unerwaehnt darf eindlich bleiben, dass Sie wie in den heimischenaerztlichen Vereinen und in dem suedwestdeutschen Verbande, so auch inunserem die Irrenaerzte angz Deutschlands unfassenden Verein seitBeginn Ihrer psychiatrischen Thaetigkeit foerdernd und belebendgewirkt haben und dass Sie, nachdem Krankeit Sie einige Zeit hindurchan die Heimath gefesselt hatte nun nach der erfreulichen WiederkehrIhrer vollen Gesundheit es auch uebernommen haben, in den Vorstand desVereins einzutreten und dessen Wanderungen durch Sued ;und Nord zufolgen.
    Moege es Ihnen noch lange vergoennt sein in gleicher Frische wiebisher zu Nutzen und Ehre unseres Faches zur Freude Ihrer Freunde undCollegen Ihre segensreiche Thaetigkeit zu entfalten.

    Der Vorstand des Vereins der Irrenaerzte

    ? Tholly? Heinrich Lachr
    Muenchen Berlin Zehlendorf

    Pehmann? Schuele? Zinn
    Bonn Illenau Eberswalde
    12. Januar 1852

    Dort hinter der Stadtkirch' im Winkel der gelblichen Haeuser
    welche durch schluepfrige Pfade gehen
    Studio geleiten zur Hauptstadt,
    in das der Balthasar loos'schen Witwe gehoerige Bierhaus.
    Dort steht ein winkliges Haus
    mit mehreren steinernen Stufen, die man aufsteigend betritt
    um in das Haus zu gelangen, welches man seit alten Zeiten benennt
    "Das Kaffeehaus", auch zum "Essigdaniel"
    (denn Daniel benennt sich der Wirt hier
    der seit undenklichen Zeiten den Hof als Zauberer fuehrt)
    wird es haeufig genannt, weil Daniel durch heimliche Mittel
    alles aus Essig bereitet der Wein, das Bier und den Kaffee
    selbst Schokolade, Tee und Limonade und Gluehwein;
    auch den Punsch sogar, und Grog verfertigt der Daniel alles aus Essig.
    weshalb der Name mit Recht ihm gebuert.

    Unten im ersten Stock zur rechten Hand ist ein Zimmer,
    welches sich jeden Abend fuellet mit heimlichen Gaesten
    deren wirkliches Mitglied der Daniel zu sein sich ruehmt.
    Diese Gesellschaft steht beim niederen Volke im Ruf der Zauberei,
    des Goldmachens, und Suchens des Steins der Weisen;
    hier nun lernte die Kunst der essigbereitende Daniel.
    Dem gegenueber befindet sich noch ein anderes Zimmer mit Billiard
    wo die Studenten in diesem kuenstlichen Spiel sich ueben.
    Auch im Karten- und Wuerfel- und anderen Spielen ist Uebung
    immer zu finden allhier (die muessen verlangen Erholung)
    Doch sind im oberen Stocke noch groessere Zimmer vorhanden
    wo man die Mussestunden und andere Stunden dahinbringt.
    Haeufig mit Saus und Braus ( denn es hausen hier Corpsstudenten)
    Hier wird getrunken, geraucht, gesungen, gespielt und gegessen.
    Stehts fideler Brueder Zusammenkunft ist hier zu finden,
    wo beim laermenden Rausche der Glaeser und anderem Rausche
    viel des Tranks wird vertilgt, den der essigbereitende Daniel
    mischt im Keller, die Zunge der Gaeste zu laben.
    (welches Lokal nun pflegt der Student seine Kneipe zu nennen)
    Oefters erschallt hier der Ruf:" Du, Fuchs, es koemmt Dir im Ganzen!"
    Gluck, gluck, gluck, leehr ist's Glas, das Bier ist in die Versenkunguntergetaucht.

    Jetzt erhebt das Fuechslein auch seinen Schoppen,
    schwaeppernd fasst es ihn an, mit beiden Haenden ihn halten,
    angestrengt schluckt er das Bier, dass das Wasser den Augen entquillt.
    Leer wird endlich das Glas, doch der Tisch hat auch seinen Anteil.
    Jetzt, drauf ein Salamander gerieben, drauf dann erheben die Glaeserall'
    und klopfen, der Daniel wandelt geschaeftig dabei, und fuellet dieFlaschen von Neuem;
    haeufig mit Murren auch, weil nicht alles zur Stelle bezahlt wird.
    Ganz mit verschiedener Stimme gibt Antwort der Essig-Daniel
    (springe zwar stehts durch die Nas' auf welcher die Brille sichfestdrueckt)
    Fordert nun einer die Flasche vor Gier, der gar nichts ihm schuldet,
    dienstfertig im frohen Tone, gibt ihm der Daniel zur Antwort:
    "Gleich, so wie Sie befehlen!" und schon steht die Flasch' auf demTische.
    Koemmt nun einer, verlangend des Biers, der zoegernd bezahlt,
    hoert er die Antwort nur: "Ja, gleich", und bald wird der Trank ihmhingestellt
    alsdann;
    doch fordert ihn einer des Bieres, der schon laengere Zeit im Buchedes Daniel sich aufhaelt,
    dann antwortet ihm jener nur: "Gut". Und endlich erhaellt er seineFlasch' voll Bier auch.
    Doch fordert nur einer Getraenke, der schon jahrelang zecht, und ansbezahlen nicht denkt,
    dann bleibt der Daniel erst taub bei seiner Bestellung;- Endlich denn,und nach langem Geschrei
    des vom Durst geplagten, stoesst ihm unter Gebrumm der Essig-Danieldie Flasche hin.-

    Als nun zur letzten Klasse fast alle Gaeste gehoerten, ging dieSanftmut des
    guten Essig-Daniels zu Ende. Und ermahnte laut, zu bezahlen oder zudursten.
    Doch es half die Ermahnung nichts. Und von Neuem wurde gezecht undgeklopft
    und Salamander gerieben. Doch es grollete sehr im Herzen derEssig-Daniel;
    als die Gaeste nun gingen zur eigenen Wohnung einjeder,
    raeumt er Glaeser und Flaschen und Teller, alles zusammen, ganz derOrdnung gemaess,
    und verteilet sie in die Schraenke, reinigte dann das Lokal, oeffnetdie Fenster dem Luftzug.
    Als nun ganz den Zimmern der Tabaksrauch war entschwunden,
    schliesst er die Fenster wieder, und schloss auch die Tueren, diestarken,
    zu mit dem Schluessel gewaltig, und schob den maechtigen Riegel emsigdavor mit Gewalt.
    Dann ging er zur Kammer der Werkstaett, wo die maechtigen Reife
    der grossen Faesser ihm lagen. Diesen entnahm er zehn ...Reife, diestaerksten,
    welche er finden konnte, auch nahm er sich Hammer und Zange, und denBohrer vergass er nicht.
    Nahm auch die Naegel, einen kasten voll mit, und alles entrug er derKammer.
    Wandelt die Treppen hinauf, wo die Tueren geschlossen er hatte.
    An die Pforten nun fuegt er mit starken Haenden, die Fesseln, undbohrte erst vorsichtig vor.
    Dann schob er die eisernen Naegel in die Loecher hinein, und trieb siemit maechtigem Hammer
    alle dann fest.
    So arbeitete er mit Wucht und Staerke, viele der Fesseln verbreitend,die starken Tueren zu sperren.-
    Als nun die ersten Studenten des Abends am Billiard sich fanden, unddie Glocken vom Stadtturm
    die achte Stunde verkuendet, liefen sie alle die Treppe hinauf nachder Kneipe.-
    Aber sie fanden sie zu, mit ehernen Banden gefesselt, felsenfest. Unddie Brueder besahen sich
    rings mit Staunen, welches mit jeder Minute wuchs, sooft als ein Neuerfrisch zu den anderen kam
    in durstigem Mute zu trinken. Als nun das ganze Corps sich aussenhatte versammelt, und sich viele
    mit Ungetuem, auch andere ruhig beredet, wurde endlich nach reiflicherUeberlegung beschlossen:
    Erst den essig bereitenden Daniel zu befragen, ob er selber mitAbsicht und eigenhaendig die Schliessung
    ihrer Kneipe vollbracht hat, oder ob etwa ein Daemon gegen den Willendes Daniel die Schliessung
    habe vollendet.
    Dies erforschend enteilten jetzt drei der durstigen Brueder hastig dieTreppe hinab,
    den essig bereitenden Daniel aufzusuchen im Haus, und siehe, er standin der Kueche, emsig beschaeftigt,
    den Gaesten den roten Wein zu bereiten. Erst loeste er Zucker auf imEssig, als jener vergangen, schuettet
    er Traubenblut da rein, und waermt es am Feuer. Nimmt es haeufighinweg und schuettelt es wohl durcheinander, bis es am sieden ist,dann schaeumt er, nimmt ihm den Satz dann, laesst es kalt dann werden,und schuettet den Wein in Flaschen. Eben hat' er gerade die letzteFlasche gefuellet, als jene drei
    der Botschaft am Eingang der Kueche erschienen, und es nahm das Wortder Kluegste von der Gesandschaft:
    Auch der groesst' und ansehnlichste wohl unter Allen; dieser begannzu Daniel, und redete unter
    der Kueche: "Turkischer Daniel, frag an und verkuend untrueglicheWahrheit, "ob Du selber mit Absicht und eigenhaendig die Schliessungunserer Kneipe vollbracht hast, oder ob etwa ein Daemon Deinem Willenentgegen die Schliessung habe vollendet?" Diesem gab zur Antwort derweinbereitende Daniel:" Freilich habe ich selber mit Absicht dieKneipe geschlossen, und nicht hat ein Daemon mir gegen den Willengehandelt. Habe ich denn nicht schon laengere Zeit gewarnt undgedroht, habe ich nicht oefter gemahnt zu zahlen oder zu duersten? Unddoch half die Ermahnung mich nichts. Und von Neuem wurde geklopft, undgezecht, und Salamander gerieben. Zum Borgen war ich Euch gut, dochdas bare verzehrtet ihr sonstwo, doch es vereinigt Euch jetzt alle diegrause Hand des Verdurstens. Stumm hoerend ertrugen nun jene dieAntwort des Daniel;
    Oben verkundeten sie den Bruedern, was sie vernommen,- und ein wildesGeschrei war die einzige Antwort der Brueder, welche mit Poltern undBruellen die Treppe herab sich stuerzten allesamt. Und sie enteiltenunter dem haeufigen Ruf:" Essig-Daniel, ein Pereat Dir, Daniel, vollEssig. Aber wie Du uns stehts das Getraenk uns stehts aus Essigverwandelts, so verwandeln wir Dir das Geld, das Du forderst, zuWasser". Alle sie hielten ihm Wort und liessen sich nimmermehr sehen.Und so erreichte auch ihn selbst die grause Hand des Verderbens.

    seinen G. Ludwig
    der Verfasser
    Ein Gedicht fuer einen Bierabend, Kommers genannt, bei derBurschenschaft
    Darmstadt, 3. Februar 1870

    Betreffend Gesuch des Direktors und ersten Arztes derGrossherzoglichen Landesirrenanstalt Dr. Ludwig um Erlaubnis zurAnnahme und zum Tragen des ihm von seiner koeniglichen Hoheit, demGrossherzoge von Baden verliehenen Ritterkreuzes Erster Klasse desOrdens vom Zaehringer Loewen.

    Die grossherzlogliche
    Provinzialdirektion Starkenburg

    An grossherzloglichen Direktor Dr.Ludwig zu Heppenheim

    abschriftlich nachstehende Verfuegung grossherzoglichen Ministeriumsdes Inneren teilen wir Ihnen zur Nachricht mit.

    Unterschrift ?



    Abschrift zu Nr. M d.J. 1834

    Darmstadt, 29. Januar 1870

    Betreffend wie oben

    Das Grossherzogliche Ministerium des Inneren an

    Grossherzogliche Provinzialdirektion Starkenburg

    Wir beauftragen Sie, dem Antragsteller zu eroeffnen, dass SeineKoenigliche Hoheit
    der Grossherzog, dem obigen Gesuche zu willfahren geruht haetten.

    Unterzeichnet von Dalwigk




    1 2 3
  • Birth: 9 MAY 1826 in (Bad) Hersfeld, Hessen, Germany
  • Death: 3 MAY 1910 in Heppenheim, Hessen-Drmstadt, Germany
  • Christening:
  • Note: Evangelisch, Stadtpfarrei Darmstadt
  • Endowment: 2 JUN 1988 Temple: LONDO
  • Sealing Child: 12 OCT 1988 Temple: LONDO
  • LDS Baptism: 3 OCT 1988 Temple: LONDO
  • Reference Number: 05-18
  • Occupation:



    Father: Heinrich Phillip LUDWIG b: 16 APR 1777 in Bessungen, Hessen, Germany
    Mother: Johannette KLEIN b: 22 MAR 1795 in Neunkirchen, Mosbach, Baden ?, Germany

    Marriage 1 Caroline Friederike Luise FROEHLICH b: 2 JAN 1832 in Dreieichenhain, Germany c: 7 JUN 1832
    • Married: 16 OCT 1854 in Phillipseich
    Children
    1. Has No Children Heinrich LUDWIG b: ABT 1857 in Goddelau, Hessen, Germany
    2. Has No Children Hermann Karl Friedrich LUDWIG b: 23 JUN 1858 in Goddelau, Hessen, Germany c: 28 JUL 1858 in Goddelau, Hessen, Germany
    3. Has Children Karoline Auguste Margaret LUDWIG b: 2 DEC 1859 in Hospital Hofheim/Goddelau, Hesse, Germany
    4. Has No Children Ilse LUDWIG b: 8 NOV 1866 in Heppenheim, Hesse, Germany

    Sources:
    1. Abbrev: LDS IGI page 380892, film 8704320, serial sheet 38
      Title: LDS IGI page 380892, film 8704320, serial sheet 38
    2. Abbrev: Imported GEDCOM file
      Title: GEDCOM file imported on 1 Feb 2000.
      Author: Christiane Hawkshaw
    3. Abbrev: Imported GEDCOM file
      Title: GEDCOM file imported on 8 Jul 2001.frojm Compaq Computer
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