Rolcke and Imroth relatives

Entries: 44827    Updated: 2014-02-18 12:19:18 UTC (Tue)    Owner: Jochen Rolcke

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  • ID: I38933
  • Name: Achatius von Zehmen
  • Surname: von Zehmen
  • Given Name: Achatius
  • Sex: M
  • Birth: ABT 1485
  • Death: 24 May 1565 in Königsberg of Schlaganfall
  • Burial: Stuhm
  • _UID: 6E9591F59763D811AAF7000021610C30CB58
  • Occupation: Majordomus der Königlichen Marienburg, Herr auf Freystadt bei Deutsch-Eylau
  • Note:
    Achaz von Z., Woywode von Marienburg. Von dem alten deutschen Adelsgeschlechte der Zehmen, de ssen Stammsitz in der Nähe von Leipzig lag, siedelte im 15. Jahrhundert ein Sproß in das preu ßische Ordensland über. Des Achaz Vater, Nicolaus, kämpfte noch im 13jährigen Bürgerkriege au f des Ordens Seite, blieb aber nach dem Thorner Frieden (1466) in Westpreußen sitzen und nah m die polnische Oberhoheit an. Achaz’ Mutter Dorothea gehörte dem in Westpreußen hochangesehe nen Geschlechte der Baysens an.
    Ueber die Jugend Achaz v. Zehmen’s, der ums Jahr 1485 geboren war, ist nur wenig bekannt. Ver mählt war er mit Helene v. Merklichenrade aus dem Hause Powarschen, die ihm drei Söhne und se chs Töchter gebar. Von Hause aus nicht unbemittelt, erwarb er durch sparsame und geschickte H aushaltung ein beträchtliches Vermögen, so daß er bald zu den begütertsten Männern Polnisch-P reußens gehörte. Die Einkünfte der drei Starosteien Stuhm, [771] Mewe und Christburg waren ih m zur lebenslänglichen Nutznießung überwiesen und zahlreiche Güter und Höfe im Stuhmer und Ch ristburger Gebiet brachte er durch Kauf oder Pfandschaft in seinen Besitz. Ja auch im herzogl ichen Preußen erwarb er durch zeitweise Verpfändung der Aemter Liebemühl, Pr. Mark und Pr. Ho lland sowie mehrerer Dörfer ein ansehnliches Wirthschaftsgebiet. Oft mußte er dem stets geldb edürftigen Herzog Albrecht , bisweilen auch dem Polenkönige und anderen Großen in ihren Verle genheiten mit seinem beträchtlichen Vermögen und Credit beispringen. Als Unterkämmerer von Ma rienburg trat er 1517/18 in die preußische Beamtenlaufbahn ein, vertauschte 1519 dieses Amt m it dem gleichen in der Pommerellischen Woywodschaft, wurde 1531 Castellan von Danzig und stie g 1546 nach dem Tode seines Oheims Georg von Baysen zur Würde eines Marienburgischen Woywode n empor, die er fast 20 Jahre lang bis an sein Lebensende bekleidete.
    Während er so als polnischer Beamter verpflichtet war, die mit dem Wohle des Landes vereinbar en Interessen des Königs von Polen nach bestem Wissen und Können zu fördern, hat er daneben a ls Deutscher die Wahrung des deutschen Charakters Preußens als seine höchste Aufgabe betracht et. Diese beiden einander vielfach widerstreitenden Gesichtspunkte in Einklang zu bringen, wa r gewiß nicht immer leicht, aber sein praktischer Verstand, seine bedeutende Menschenkenntni ß und persönliche Liebenswürdigkeit verschafften ihm ein so großes Ansehen, daß es ihm gelang , schärfere Conflicte zu vermeiden. Erst als seine Lebenskraft zu erlahmen begann und die Ang riffe Polens gegen das Deutschthum der Preußen sich verschärften, mußte er weichen. Zehmen’ s unbestreitbares Verdienst aber ist es, dem Deutschthum in Preußen kräftige Stützen zugeführ t, das deutsche Bewußtsein seiner Landsleute gestärkt und die Widerstandskraft seines Lande s so gestählt zu haben, daß es der polnischen Regierung auch in der folgenden schweren Zeit d er Unterdrückung nicht mehr gelang, den deutschen Charakter Preußens zu tilgen.
    Die stärkste Garantie für das Deutschthum Westpreußens bildete die durch den Thorner Friede n gewährte Sonderverfassung dieser Provinz. Sie hatte ihre eigene Justiz- und Finanzverwaltun g und ein eigenes„ vom polnischen Reichstage unabhängiges oberstes Centralorgan in dem Landta ge. Den Absichten der polnischen Krone, diese Sonderverfassung wieder zu beseitigen, die Preu ßen zur Beschickung der Reichstage zu veranlassen und so eine Union Preußens mit den übrige n Gliedern des Reiches herbeizuführen, hat Z., wenn auch mit voller Loyalität gegen die Kron e den zähesten Widerstand entgegengesetzt. Wiederholt ward er von den Ständen an den polnisch en Hof geschickt, um hier durch sein persönliches Ansehen die preußenfeindlichen Absichten de r Regierung zu hintertreiben. Freilich erschwerten die preußischen Stände selbst durch ihre S elbstsucht und ihre Uneinigkeit häufig ein erfolgreiches Auftreten. Z. setzte darum alles dar an, die Eintracht der Stände zu erhalten und Klagen und Streitigkeiten im Lande selbst zu sch lichten; aber als es der polnischen Regierung gelang, durch die Frage der sog. Execution de r Tafelgüter, d. h. der Wiedereinziehung des verschleuderten Domanialbesitzes, einen tiefen K eil in die Interessengemeinschaft der preußischen Stände zu treiben, da entbrannte alsbald de r erbittertste Parteikampf, und mit der Einigkeit in Preußen war es für immer vorbei.
    Als ein starker Damm gegen das Andrängen des Polonismus erwies sich das Fortschreiten der Ref ormation in Preußen. Die polnische Regierung hatte derselben anfangs nicht die gehörige Beach tung geschenkt. Zwar wurden die ersten tumultuarischen Bewegungen in Danzig, Elbing und Thor n mit blutiger Strenge unterdrückt und die öffentliche Ausübung der neuen Lehre überall verbo ten, allein der stillen Ausbreitung der Reformation wurde seitens der preußischen [772] Bisch öfe um so weniger ein Hinderniß in den Weg gelegt, als der schon bei Lebzeiten seines Vater s (1530) zum Könige gewählte Sigismund II. August als geheimer Anhänger der neuen Lehre gal t und auch in der ersten Zeit seiner Regierung aus seiner Hinneigung zu derselben kein Hehl m achte. Das änderte sich erst seit der Erhebung des thatkräftigen Polen Stanislaus Hosius zu m preußischen Bischof (1549). Alsbald begann in Preußen eine eifrige katholische Reaction, do ch hatte die neue Lehre hier bereits so feste Wurzeln geschlagen, daß ihre völlige Ausrottun g nicht mehr gelang. In diesem Kampfe war Z. eine führende Rolle beschieden. Ohne sich äußerl ich von der alten Kirche loszusagen, hatte er sich schon frühe der Reformation zugewandt. Ber eits 1536 schickte er einen seiner Söhne zum Studium nach Wittenberg und suchte ihm in Melanc hthon’s Hause Aufnahme zu verschaffen. Zum offenen Bekennen der neuen Lehre wurde er aber er st durch Hosius’ provocatorisches Auftreten bewogen. Seitdem war er ein eifriger und gefährli cher Gegner des Bischofs und bald das anerkannte Haupt der Evangelischen in Preußen, von Hosi us und seinem Anhang spottweise als „Papa“ oder „Antipapa“ bezeichnet. Trotz des heftigsten G egenstrebens der altkirchlichen Partei gelang es Zehmen’s Einfluß bei Hofe und seiner rührige n Thätigkeit, für Danzig, Elbing und Thorn ein Religionsprivileg zu erwirken, das ihnen die A usübung der neuen Lehre gestattete. Diese hatte dadurch ein für allemal in Preußen Fuß gefaßt .
    Von großer Wichtigkeit für die Entwicklung Westpreußens war das Verhältniß dieser Provinz zu m benachbarten herzoglichen Preußen. Je fühlbarer die Polonisirungsbestrebungen wurden, dest o mehr wuchs bei den Einsichtigen beider Hälften des ehemaligen Ordenslandes das Bewußtsein i hrer Interessengemeinschaft. Wie Herzog Albrecht auf die Pflege und Befestigung freundschaftl icher Beziehungen zum Nachbarlande bedacht war, so gab es unter den westpreußischen Notabel n Niemand, der mit mehr Eifer eine freundschaftliche Ausgestaltung des gegenseitigen Verhältn isses betrieben hätte als Z. Bis an ihr Lebensende hat beide Männer das Band einer intimen pe rsönlichen Freundschaft verknüpft. Ihre erste persönliche Bekanntschaft datirte aus dem Jahr e 1523, wo Z. als polnischer Gesandter den damaligen Hochmeister in Nürnberg aufsuchte, um se ine Abdankungspläne zu hintertreiben und ihm die Vorschläge der polnischen Regierung zu unter breiten. Sie wurden später zur Grundlage des Krakauer Friedensvertrages vom 8. April 1525, un d Z. befand sich auch unter den Würdenträgern, die den Ständen des neuen Herzogthums am 26. M ai 1525 zu Königsberg im Namen des Königs von Polen den Friedenseid abnahmen. In späteren Jah ren aber, als die Tendenz der polnischen Regierung immer deutlicher auf allmähliche Beseitigu ng der privilegirten Stellung des Herzogthums hinauslief, fand der Herzog in Z. den treuste n Helfer und Berather zur Abwehr dieser Bestrebungen. Unter seiner Mitwirkung erließ z. B. de r Herzog 1542 die sog. Regimentsnotel, eins der wichtigsten preußischen Grundprivilegien, wod urch bei Besetzung der obersten Aemter im Herzogthum den deutschen Eingeborenen ein Vorrech t vor den Fremden gewährt wurde. – Lebhaften Antheil nahm Z. auch an der Entwicklung der kirc hlichen Verhältnisse im Herzogthum, und mit tiefer Besorgniß erfüllte ihn der in den 50er Jah ren wüthende Osiandrische Streit, der die Erhaltung der evangelischen Lehre im Osten ernstlic h in Frage stellte. Dringend rieth Z. dem ganz für Osiander eingenommenen Herzog zur Duldung , er wies auf den Verfall der Universität Königsberg und die dem Katholicismus daraus erwachs ende Stärkung hin und erreichte es thatsächlich, daß der Herzog auf einer Synode zu Riesenbur g (Februar 1556) eine Beilegung der Zwistigkeiten bewirkte.
    Als ein wirkungsvolles Mittel zur Abwehr der polnischen Ansprüche betrachtete der Herzog di e Erhaltung seiner dynastischen Beziehungen. Auch hierin [773] leistete ihm Z. vielfache un d werthvolle Dienste. In Deutschland, zumal an den brandenburgischen Fürstenhöfen, war Z. ei n häufiger, gerne gesehener Gast und Ueberbringer mancher verschwiegenen Mission Herzog Albre cht’s. Auch am Kaiserhofe und beim Deutschen Reichstage finden wir ihn verschiedentlich, frei lich erfolglos thätig in Sachen der über den Herzog verhängten Reichsacht. – Große Hoffnunge n hatte der Herzog einst an die Wahl seines Bruders Wilhelm zum Coadjutor des Erzbischofs vo n Riga (1530) und seine spätere Erhebung zur erzbischöflichen Würde selbst (1539) geknüpft, h andelte es sich doch um die Begründung einer hohenzollernschen Secundogenitur. Auch diesen Pl änen, die leider an der Unfähigkeit Wilhelm’s scheiterten, hat Z. die eifrigste Förderung z u theil werden lassen, zumal er von ihrem Gelingen eine bedeutende Stärkung des Deutschthum s im Osten Europas erhoffte.
    Nichts trug mehr dazu bei, den dem jungen Herzogthum feindlichen Strömungen Vorschub zu leist en, als die Unsicherheit der Nachfolge in demselben, denn Albrecht’s erste Ehe mit Dorothea v on Dänemark blieb bekanntlich ohne männliche Erben. Da beschloß der fast 60jährige Herzog, de r die Hoffnung auf einen Thronerben nicht aufgeben mochte, sich abermals zu vermählen, und e s war Z., der 1549 für den Herzog auf Brautschau auszog. Unter den fürstlichen Damen, über di e er Bericht einholen sollte, befand sich auch die damals am Cüstriner Hof sich aufhaltende A nna Maria von Braunschweig, Stieftochter des Grafen Poppo von Henneberg. Sie wurde ein Jahr s päter Albrecht’s Gattin. Zehmen’s Bericht scheint für des Herzogs Wahl bestimmend gewesen z u sein. Als dann wider alles Erwarten dem Herzoge am 29. April 1553 der ersehnte Erbe gebore n wurde, da leitete Polen sogleich eine lebhafte Agitation ein, den Herzog zu einer Thronordn ung zu bestimmen, durch welche die Vormundschaft dem Polenkönige unter Ausschluß der brandenb m:gischen Agnaten übertragen würde, um auf diese Weise die spätere Einziehung des Herzogthum s vorzubereiten. Des Herzogs Antwort aber war das Testament vom Januar 1555, das unter Wahrun g der obervormundschaftlichen Rechte des Königs die Ansprüche der Agnaten sicher stellte un d so die Basis schuf, um auch nach des Herzogs Tode den Bestand des Herzogthums zu sichern. A n der Lösung dieser Frage hat Z. als Berather des Herzogs bedeutenden Antheil gehabt. Ihm geb ührt daher der Ruhm, Erhebliches zur Sicherung der Zukunft Preußens geleistet zu haben.
    Zehmen’s letzte Lebenstage wurden durch die immer stärkere Spannung zwischen Evangelischen un d Katholischen und die dadurch hervorgerufene Uneinigkeit der Stände schwer verbittert. Durc h die Execution der Tafelgüter, die auf den Reichstagen zu Petrikau 1562 und Warschau 1563/ 4 durchgeführt wurde, verlor er persönlich das ihm erblich verliehene Amt Christburg, und be i Hofe fiel er infolge seines übereifrigen Auftretens gegen diese Gewaltthat in Ungnade. Abe r trotzdem kam er den Pflichten seines Amtes gewissenhaft nach, bis der 80jährige Greis auf e inem Landtage zu Lessen (Februar 1565) vom Schlage gerührt wurde. Einige Wochen später bega b er sich, wahrscheinlich um ärztlichen Rath einzuholen, nach Königsberg und ist hier am 24 . Mai 1565 gestorben. Seine Leiche wurde in Stuhm beigesetzt.
    Quellen: Ungedruckte Urkunden d. Archive zu Königsberg, Danzig, Stuhm, Elbing und Marienburg . – Acta Tomiciana. – Hipler und Zakrzewski, Stan. Hosii epistulae. – Litteratur: R. v. Flan ß, Die von Zehmen und Freiherren von Güldenstern (Ztschr. d. Gesch.-Ver. z. Marienwerder, Hef t 10). – R. Fischer, Ach. v. Zehmen, Woyw. v. Marienburg (Ztschr. d. Westpr. Gesch.-Ver., Hef t 36). – Lengnich, Gesch. d. Preuß. Lande Kgl. polnischen Antheils.
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  • Change Date: 1 Jul 2010 at 15:14:07



    Father: Nikolaus von Zehmen
    Mother: Dorothea von Baysen

    Marriage 1 Helene von Merklichenrade
      Children
      1. Has Children Justina von Zehmen b: 1526
      2. Has Children Katharina von Zehmen b: ABT 1513
      3. Has Children Euphrosine von Zehmen
      4. Has Children Christoph von Zehmen b: 29 Jan 1518

      Sources:
      1. Repository:
          Name: Privat

        Title: 1 Pommerscher Adelsspiegel, Abteilung Borcke
        Author: Albrecht Elzow aus dem 17.Jh., ergänzt, berichtigt u. erw. d. Chr. v.Heydebreck und Fr.W. v. d .Osten-Plathe im 18.Jh..
      2. Title: Stemmata genealogica praecipuarum in Prussia Familiarum Nobilium
        Author: Johann Hennenberger
        Publication: http://kpbc.umk.pl/dlibra/docmetadata?id=3096&from=pubstats
      3. Title: Dohna - Europäische Stammtafeln Bd. XIX - Zwischen Weser und Oder Tafeln 115-141
        Author: Detlev Schwennicke
        Publication: Vittorio Klostermann, Frankfurt/Main, 2000
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