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  • ID: I4727
  • Name: Menachem,Mendel ROSENBAUM
  • Prefix: HoRaw
  • Suffix: Stadtlan
  • Title: Stadtlan
  • Sex: M
  • Birth: 1782 in Theilheim,97288,Ufr.,Bayern,Deutschland
  • Death: 22 SEP 1868 in Zell /Main,Ufr.,Bayern,Deutschland
  • Note:
    Alles was hier vorliegt ist das Buch von Bertrand STRAUSS übernommen.

    'Die Rosenbaum von Zell...'

    Das Buch ist absolut empfehlenswert!
    Die Notizzen am Schluss sind besonders für Ahnenforscher extrem wichtig.


    Quoted from website http://www.alemannia-judaica.de/zell_am_main_synagoge.htm von Herr Pr Dr HAHN
    ===================

    Zell am Main (Kreis Würzburg)
    Jüdische Geschichte / Synagoge

    Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

    In Zell am Main bestand im 19. und bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts eine kleine jüdische Gemeinde. Auf Grund des Vorhandenseins eines ehemaligen jüdischen Friedhofes (aus dem 17./18. Jahrhundert ?) könnte auch bereits vor dem 19. Jahrhundert eine Gemeinde bestanden haben.

    Im Mittelpunkt des jüdischen Lebens am Ort stand im 19. Jahrhundert die Familie Rosenbaum (das Nachfolgende nach R. Flade s. Lit. S. 95-95; von hier auch die Darstellung von Mendel Rosenbaum, links):
    Mendel Rosenbaum ist 1782 in Theilheim geboren (gest. 1868) und ließ sich 1822 in einem Teil des aufgehobenen Nonnenklosters von Unterzell nieder, das daraufhin den Namen "Judenhof" erhielt. Hier betrieb er zunächst noch Handel, eröffnete aber dann mit einigen Arbeitern eine Nagelschmiede. Diese gab ihm finanzielle Unabhängigkeit und erlaubte ihm, sich wieder - wie schon in seiner Jugend - dem religiösen Studium zu widmen. Später gründete er mit seinen zwei erwachsenen Söhnen Jona Rosenbaum und Eliahu Raphael Rosenbaum eine eigene Jeschiwa (Talmudhochschule). Einer seiner ersten Schüler - Moses Weißkopf - wurde später Rabbiner in Paris. Enge Beziehungen bestanden zwischen den Rosenbaums und den Würzburger Rabbinern. Mendel Rosenbaum war mit Oberrabbiner Bing eng befreundet und brachte später den weltberühmten "Würzburger Raw" Seligmann Bär Bamberger nach Würzburg. Vater und die Söhne Rosenbaum genossen höchstes Ansehen in den orthodox-jüdischen Gemeinden Bayerns und weit darüber hinaus. Auf Grund ihres hohen Ansehens fand ihre Stimme auch in der bayrischen Regierung und dem damaligen König Gehör.

    An Einrichtungen gab es im Judenhof einen Betsaal (s.u.), die Jeschiwa der Rosenbaums und ein rituelles Bad im Keller des Hauses mit dem Betsaal. Diese Einrichtungen befanden sich, wie auch die Wohnungen der jüdischen Familie(n), im Bereich des "Judenhofes". Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden - vermutlich im 17.18. Jahrhundert - auf einem eigenen Friedhof beigesetzt, im 19. Jahrhundert im jüdischen Friedhof in Schwanfeld (siehe die Nachrufe bei den Brüdern Rosenbaum).

    Um 1908 wurde die Gemeinde aufgelöst, nachdem die jüdischen Einwohner von hier verzogen waren.


    Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde

    Zur jüdischen Gemeinde in Zell und der Familie Rosenbaum (1866)

    Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1866: "Eine sehr seltene Erscheinung bietet nahe bei W. (Würzburg) der kleine Ort Zell, wo die beiden Gebrüder Rosenbaum und ihr Vater Raw Mendel – wer von den Jehudim in ganz Deutschland kennt sie nicht? – wie für so vieles Andere auch dafür Erstaunliches leisten. Es sind jetzt gewöhnlich drei bis vier Bachurim (junge Männer) dort, die bei jener Familie, die wenige ihres Gleichen hat, freie Wohnung und Kost haben, und teils bei unserem Lehrer, der Herr und Meister Jona Rosenbaum, teils bei seinem Bruder unserem Lehrer, der Herr und Meister Eliahu Raphael – sein Licht leuchte – lernen; beide Kaufleute, die aber ihre übrige Zeit der Tora und dem Gottesdienst weihen. Dieses edle Brüderpaar mit ihrem greisen Vater gehört auch zu den Privaten, an denen dem Gesamtjudentume sehr viel gelegen, und auf die es nach wie vor die größten Hoffnungen setzt."


    Zum Tod von Raw Mendel Rosenbaum 1868



    Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. November 1868: "Rabbi Mendel Rosenbaum. Zum ewigen Gedenken sei ein Gerechter! Mainz, den 27. Oktober (1868). Noch zittert die Feder in unserer Hand – so sehr hat uns die Trauerbotschaft von dem Hinscheiden des frommen, edlen, tatkräftigen Rabbi Mendel Rosenbaum – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – von Zell bei Würzburg ergriffen. Ach, wir können mit David ausrufen: ‚Wisst ihr denn nicht, dass ein Fürst, ein Großer, gefallen ist in Israel!’ Tausende unserer geehrten Leser haben den edlen Mann gekannt und wissen, was das Judentum und die Judenheit an ihm besessen; für diejenigen, die ihn nicht kannten, möge hier ein Brief eines der hochgestelltesten bayerischen Staatsmänner zur Charakteristik dienen; derselbe lautet:
    ‚Innigverehrter Herr Rosenbaum! Gestern (sc. den 1. Oktober 1868) habe ich dahier in * , wo ich mich seit mehreren Wochen in Urlaub befinde, Ihren Trauerbrief vom 28. d.M. erhalten, der mir die erschütternde und unerwartete Nachricht von dem Hinscheiden Ihres Herrn Vaters, meines besten und treuesten Freundes, brachte. Wie mich der Tod dieses Ehrenmannes, der mir in allen meinen Lebenstagen so treu, so aufrichtend zur Seite stand, erschüttert hat, das sagen keine Worte. – Es ist für uns Hinterbliebenen hart, sehr hart, nunmehr diesen Gerechten unserem Anblicke, unserem verzehrenden Danke und unserer innigen Liebe, unserem Wohl tun auf immer auf dieser Welt entrissen zu wissen. – Er gehörte zu den seltenen Männern, die nicht bloß das Herz auf dem rechten Flecke haben, sondern die auch da, wo das Leben sie hinstellt, auf dem rechten Flecke stehen, vermöge jener glücklichen Harmonie zwischen Wille und bewusster Kraft, die sich nicht bloß in ihrem leben und in ihren Handlungen, sondern auch in jeder ihrer Äußerungen ausprägt und dadurch ihrer ganzen Umgebung das Gefühl der Zuversicht und der Sicherheit mitteilt. Und nun ist diese unsere Stütze uns Allen für das ganze Leben entzogen! Es ist hart und schmerzlich, und ich habe keine Worte, dies klar zu sagen. O, wie hat es mich gerührt, dass der edle Mann noch in der letzten Stunde an mich dachte! – Aber erhebend war sein Sterben, dieser wahre Tod des Gerechten, der er starb. – Gott hat ihn gewiss gleich zu sich genommen und das ist unser einziger Trost, den wir haben, dass ihm dort im Vaterhause wohler ist, als bei uns, und dass wir dort beim Vater einen Fürbitter für uns haben, der uns die Kraft und Ausdauer erfleht, den Weg der Schmerzen ergeben zu wandeln, auf dem wir geleitet werden. – Möge der Himmel in diesem Sinne Ihre Familie segnen und die Kraft Ihnen geben, das Unabänderliche in Ergebung zu dulden. – Gottes reichster Segen sei mit Ihnen. – In der Liebe, in dem sehnsuchtsvollen Andenken an den teuren Verstorbenen wollen wir miteinander verbunden bleiben. Das hoffe ich von Ihnen, das gelobe ich auf dem frischen Grabe von mir. Mit treuer Liebe Ihr ergebener N.N.
    Herrn E. R. Rosenbaum
    Wohlgeboren Würzburg.’
    Der hochgestellte Staatsmann hat den edlen Dahingeschiedenen so treffend geschildert, dass es überflüssig erscheint, noch Etwas hinzuzufügen. Wir lassen daher nur noch einen kurzen Lebensabriss folgen, der uns von befreundeter Hand zugeht:
    Rabbi Mendel Rosenbaum wurde zu Theilheim, einem Orte Unterfrankens in Bayern, geboren. Sein Vater war dort Schaz Maz (= geistliches Oberhaupt, Lehrer und Kantor) daselbst und ist heute noch eine dort anerkannte Autorität, da seine Anordnung, dass an Sabbat- und Feiertagen nicht getanzt werden solle, noch jetzt, da er schon seit 57 Jahren verstorben, in Theilheim respektiert wird. Bis zu seinem 18. Jahre beschäftigte sich der junge Mendel lediglich mit dem Studium des Talmuds und dessen Kommentaren.
    Zu 20 Jahren heiratete R. Mendel und ernährte sich durch den damals fast ausschließlichen Erwerbszweig der Juden, den Hausierhandel. Wenn auch ermüdet nach Hause gekommen, lernte er doch immer seinen Schiur Gemara (Lehrgespräch zur Gemara). Diese Beschäftigung mit dem Hausierhandel sagte jedoch seinem Geiste nicht zu; er unternahm mehrere Spekulationen, bis er endlich den Hausierhandel aufgeben konnte. Mittlerweise hatte er mehrere Söhne, deren ältester 11-12 Jahre zählte. Die Gemeinde- Unterrichts-Anstalt konnte ihn, bei seinem Feuereifer für Religion, nicht befriedigen, weshalb er sich an den damaligen Oberrabbinen Bing zu Würzburg, mit dem er sehr befreundet war, wandte, und es durch seine Beharrlichkeit durchsetzte, dass er einen der ehemaligen ersten Schüler der Würzburger Jeschiba als Privatlehrer zu sich nach Theilheim requirierte. Wenn gleichwohl die desfallsigen Kosten in keinem Verhältnis zu seinem damaligen Vermögen standen, so achtete er gar nicht darauf, weil jedes Wort von unseren Weisen seligen Angedenkens ihm lebendig war, also auch…
    Um den damals schon ausgezeichneten Mann Lazarus Bergmann als Lehrer für seine Kinder zu erhalten, deutete er ihm an, dass er dahin trachten werde, ihn später als Tochtermann ‚einzusetzen’.
    Die politischen jüdischen Verhältnisse in Bayern nahmen eine nachteilige Wendung durch das Edikt von 1813, eingeführt 1819, welches sogar die Klausel hatte, die Juden zu vermindern und nicht zu vermehren. Schon damals entstand in Rosenbaum der unwiderstehliche Drang, zum Guten des Allgemeinheit etwas wirken zu können.
    Da der Ort Theilheim aber fünf Stunden von Würzburg entfernt ist, so suchte er in der Nähe Würzburgs zu wohnen zu kommen, kaufte in Gemeinschaft mit einem gewissen Gebr. Rosenthal ein ehemaliges Kloster in Zell, eine Wunde von Würzburg und gründete dort eine jüdische Gemeinde, streng nach den Anordnungen seines Freundes, des Oberrabbiners Bing und seines Lehrers Lazarus Bergmann.
    Im Jahre 1823 versprach er seine Tochter gedachtem Lehrer, verschaffte sich dessen Bürger-Annahme in Rheinbayern, so noch französische Rechte Geltung hatten, Wenn er sich auch dadurch eine doppelte Haushaltung geschaffen hatte, und die Geschäfte in den 20er—Jahren sehr gering waren, so hatte sein unbedingtes Gottvertrauen keine Grenzen und sein Augenmerk war nur dahin gerichtet, seine Kinder zu Gottesfürchtigen und Lernenden zu erziehen. Welchen Grund gesagter Bergmann bei der Erziehung seiner Kinder legte, kann man wohl am Besten bemessen, wenn man bedenkt, dass derselbe mit Frau und fünf Kindern später einer der ersten war, der zu einer Zeit nach Jerusalem übersiedelte, wo es weder Eisenbahnen noch Dampfschiffe gab, und dort selbst als einer der größten Lomedim verehrt wurde. Es ist auch Mendel Rosenbaum gelungen, dass seine Söhne tüchtige Lomdim wurden, denn er ließ dieselben vor ihrem 18. bis 20. Jahr keinen andern Beruf wählen und gab es durchaus nicht zu, dass einer derselben … sein sollte, wenn sich hiezu auch manche Gelegenheit bot.
    Die politische Schlechtigkeit und die damals auftauschende neologische Richtung beschäftigten unausgesetzt seinen Geist. Er suchte nun vor Allem mit ungeheurem Fleiße und seltener Ausdauer die Bekanntschaft hochgestellter Personen im Staate zu erlangen. Durch sein uneigennütziges, beständig auf das allgemeine Beste hinzielendes Streben, verbunden mit ungeheurer Willenskraft und unerschütterlichem Mute, gelang es ihm, nicht nur die Bekanntschaft des damaligen Regierungspräsidenten zu Würzburg, Grafen von Rechberg, sondern auch dessen Freundschaft in hohem Grabe zu erwerben und hierdurch gelang es ihm, dass er für viele gedrängte Glaubensbrüder helfend eingreifen konnte. Vielen verhaft er zu der damals so schwierigen Erlangung der Annahme als Bürger, viele rettete er von ungerecht verfügten Polizeistrafen, welche auf Handelsgegenstände sich erstreckten und so war er schon damals der Beschützer und Retter vieler Einzelner. Aber seine Wirksamkeit nahm bald einen höheren Aufschwung, denn sein Arbeiten, rein zur Ehre Gottes, verschaffte ihm bald Gelegenheit, für das allgemeine Beste der Judenheit eingreifen und wirken zu können.
    Anfangs der 30er-Jahre verließ der jetzige Herr Rabbiner Bamberger zu Würzburg die Fürther Jeschiba, ließ von seiner Frau ein Krämerei-Geschäft besorgen und lernte mit mehreren Bachurim sehr fleißig, was Mendel Rosenbaum veranlasste, auch seinen Sohn Jonas bei demselben lernen zu lassen. Hierdurch lernte Mendel Rosenbaum gedachten Bamberger näher kennen und ihn als großen Gelehrten und Gottesfürchtigen achten. Im Jahre 1836 wurden von dem damaligen Minister Fürst Wallerstein Kreiskomitees berufen, und alle Rabbiner und hierzu erwählten Laien versammelt, die über jüdische Reformen beraten und beschließen sollten. Zu dieser Versammlung wurde auch Bamberger, in der Eigenschaft eines Laien gewählt. Es war das ein offener Kampf zwischen Neologie und Orthodoxie, und Herr Bamberger war einer der hervorragendsten Führer der orthodoxen Partei. Damals waren in Unterfranken nur zwei Rabbiner, der Oberrabbiner Bing seligen Angedenkens und der ehemalige Rabbiner Neuburger zu Aschaffenburg. Letzterer als Hauptvertreter der Neologie, mit einer außergewöhnlichen Keckheit und unterstützt von dem damaligen Regierungsdirektor Grafen von Giech, trieb die Sache mit List und Gewandtheit so weit, dass man das Schlimmste zu befürchten hatte. Allein das energische Eingreifen des Herrn Bamberger ermöglichte es dem Mendel Rosenbaum, einen Schlussbericht des Regierungspräsidenten von Rechberg zu erwirken, der alle neologischen Pläne zertrümmerte, das Gefährliche für die Religion dem Ministerium eindringlich vorstellte, sodass das ganze gefährliche Projekt zunichte gemacht und ad acta gelegt wurde.
    Zwei kühne Vorsätze fasste damals Rabbi Mendel Rosenbaum. Erstens: den Rabbiner Neuburger zu stürzen und zweitens den damaligen Privatmann Bamberger als Rabbiner nach Würzburg zu bringen. Das erste Vorhaben gelang nach einiger Zeit, weil die Gemeinden mit dem Rabbiner Neuburger sehr unzufrieden waren. Er wurde abgesetzt, wurde Geschäftsmann und hatte nichts Eiligeres zu tun, als am Schabbat sein Geschäft offen zu halten. Letzteres Vorhaben hingegen wurde von allen seinen Freunden als tollkühnes Unternehmen bezeichnet, denn wie sollte es möglich sein, einen Mann als Rabbiner nach Würzburg zu bringen, der nicht studiert hatte, während etliche 30 studierte Rabbinats-Kandidaten vorhanden waren! Trotzdem ließ sich Mendel Rosenbaum von dieser Idee nicht abbringen und fing an, einstweilen um Dispensation von den Universitätsstudien für Herrn Bamberger nachzusuchen. Zur damaligen zeit war der Streut zwischen Unserem Lehrer, dem Herrn und Meister Wolf Hamburger und Dr. Loewi in Fürth in höchster Flamme, und schon hatte Loewi beinahe Alles besieht, da griff nun Mendel Rosenbaum als Bevollmächtigter der Orthodoxen in Fürth in diesen Streit ein, war sehr fort 6-8 Wochen lang in München und verschaffte sich solchen Eingang bei allen hohen und höchsten Beamten, dass die Chewra Kadischa (Heilige Bruderschaft) in Fürth, die durch Dr. Loewi und die Behörden aufgehoben war, wieder in ihre früheren Rechte eingesetzt und brachte es nach einer Arbeit vieler Jahre auch dahin, dass es der Gemeinde Fürth anheimgegeben wurde, ob sie Loewi auch noch ferner als Rabbinen behalten wolle. Es war dies zur damaligen Zeit eine Riesenarbeit, denn die ganze neologe Partei nahm sich des Loewi an, und die Sache gestaltete sich zum Prinzipienkampf. Mendel Rosenbaum kämpfte aber mit seinem ganzen Herzen, seiner Seele und seinem Verstand, selbst wenn seine Gesundheit in Frage stand. Er reiste einmal nach München bei 27 Grad Kälte, zu einer Zeit, da man noch 27 Stunden zur Reise brauchte. Die Abstimmung in Fürth fiel zwar zu Gunsten Loewi’s aus; allein er erhielt die strikte Weisung von allerhöchster Stelle, von dem bestehenden durchaus nichts abbringen zu dürfen.
    Bei diesem heißen Kampfe, der viele Jahre dauerte, und Mendel Rosenbaum eine große Bekanntschaft verschaffte, besorgte derselbe auch die Angelegenheit des Herrn Bamberger. Was als reine Unmöglichkeit erschienen, wurde unter himmlischem Beistand erhielt. Herr Bamberger erhielt die Dispensation und die Befähigung als Rabbinatskandidat. Als dies bekannt wurde, bemächtigte sich die Presse der Sache, und es erfolgte ein Wutausbruch gegen Mendel Rosenbaum und Bamberger, der fast keine Grenzen kannte. Alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt, als Schmähungen losgelassen und den Landsleuten beizubringen gesucht, es stünde ihr ganzes politisches Heil in Frage. Aber all dieses schreckte Mendel Rosenbaum nicht ab; er hatte das große Werk begonnen und arbeitete es rastlos durch; er erzielte dann auch 1840 eine große Majorität bei der Wahl für Bamberger. Noch nach der Wahl protestierte die Neologie gegen die Bestätigung, aber auch diese Protestation wurde durch das Eingreifen des Mendel Rosenbaum verworfen und Herr Bamberger als Rabbiner bestätigt. Hierdurch wurde der Neologie überall, doch namentlich in Bayern, eine unheilbare Wunde geschlagen, denn dieser würdige Mann errichtete vor Allem wieder eine Jeschiwa in Würzburg, entfaltete eine Tätigkeit, welche die höchsten Erwartungen übertraf, verschaffte sich die vollste Anerkennung der Behörden, selbst der allerhöchsten Stelle und lieferte der Welt den Beweis, was ein einziger Mann im Stande sei zu leisten, wenn sein Wille rein zu Gottes Ehre ist.
    Nun wendete Mendel Rosenbaum seine Tätigkeit auch der gedrückten politischen Lage der Juden Bayerns zu. Es war kaum ein Jahr, in welchem derselbe nicht 2-3-mal nach München reiste, und sich dort 5-7 Wochen aufhielt, um dort unentgeltlich zum Guten des Allgemeinheit zu arbeiten. Er hatte sich bei allen Ministern Zutritt verschafft, und bei seinem Erscheinen hieß es gewöhnlich: der Bischof der Juden von Zell ist hier. Es gelang ihm auch, unzählige harte Bestimmungen gegen Juden nach und nach außer Wirksamkeit zu setzen. In seinem 70. Lebensjahr hatte er noch eine halbstündige Audienz bei dem höchstseligen Könige Max, der ihm die bündigste und beste Zusicherung gab, und ihm vom Kabinette aus später direkt die Gewährung seiner Bitte zukommen ließ. So arbeitete er unermüdet fort, bis endlich alle Ausnahmegesetze gegen die Juden in Bayern nacheinander hinweggeräumt waren. Sein Wahlspruch war immer: ‚Wer für das allgemeine Beste arbeiten will, darf kein Geld, keine Ehre, selbst keine Gesundheit in Betracht ziehen.’
    Er war oft mit den höchstgestellten Personen in solch freundschaftliches Verhältnis getreten, dass solche bestätig mit ihm in Korrespondenz standen, und doch ging er nie zu einem derselben, ohne vorher heißinnig zu Gott gebetet zu haben. Es würde zu weit führen, auf die unausgesetzte Tätigkeit dieses Mannes zum Guten der Allgemeinheit eingehen zu wollen, denn dies würde Folianten füllen, da er fast 30 Jahre zum Guten der Allgemeinheit unausgesetzt tätig war.
    Er erzog seine fünf Söhne zu Schülern der Tora und verheiratete seine vier Töchter ebenfalls an solche. Als er wegen Altersschwäche nicht mehr reisen konnte, so war er ein Bewohner im Zelt der Tora und hatte sich täglich 8-10 Lernstunden eingerichtet, und dies betrieb er so bis zum 85. Lebensjahre und gab sanft seinen Geist auf, nachdem er unmittelbar vorher 40 Stunden, ohne Unterbrechung einer Minute, bis eine halbe Stunde vor seinem Tode in der Tora und im Gebet zugebracht hatte.
    Fügen wir nur noch hinzu, dass der Dahingegangene nicht gestorben, und dass er in seinen würdigen, edlen Söhnen fortlebt, von denen namentlich Rabbi Jonah – sein Licht leuchte – und Rabbi Eliah Raphael – sein Licht leuchte – den unvergesslichen Vater in jeder Beziehung zu ersetzen bemüht sein werden.
    Rabbi Mendel Rosenbaum – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – lebte wie ein Patriarch inmitten einer zahlreichen Nachkommenschaft; es leben bereits Ururenkel von ihm, das fünfte Geschlechte. Aber zahlreicher und bedeutender noch ist die unendliche Reihe seiner vielen edlen Taten: ‚das Wichtige unter den Nachkommen der Gerechten sind ihre guten Taten.’ So möge denn sein Andenken ein segensreiches sein – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen."




    Zum Tod von Eliahu Raphael Rosenbaum 1886

    Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1886: "Würzburg, 26. August (1886). Es ist stets eine traurige, aber auch meistens eine schwere Aufgabe, durch Worte das entschwundene Leben von Männern, die weit über dem Niveau der Allgemeinheit standen, nochmals sich und der Mitwelt vergegenwärtigen zu wollen; und doch drängt uns die Liebe und Achtung für sie dazu; es ist ein Akt der Pietät, dass wir sie nicht wie Gewöhnliche dahin ziehen lassen in die Ewigkeit, dass wir sie vielmehr dem Gedächtnis zu erhalten und ihnen ein, wenn auch nur geistiges Denkmal zu setzen suchen; es ist der Tribut der Dankbarkeit, den wir ihnen hiermit für ihre Aufopferung, für ihre Wohltaten zu zollen bestrebt sind. An eine solche Aufgabe wage auch ich zu gehen, wenn ich eines Mannes gedenke, der in seinem Leben und Wirken durch seine Tatkraft und seinen Ernst unsere Bewunderung erregte, wenn ich ihm in demjenigen Organ ein Ehrendenkmal zu setzen versuche, das ihm so oft zur Wahrung jüdischer Interessen, zur Erstrebung von Verbesserungen auf jüdischem Gebiete und zur Erreichung von bedeutungsvollen Tatsachen diente.
    Es ist Rabbi Eliah Raphael Rosenbaum in Zell am Main - seligen Angedenkens - der am Heiligen Schabbat Paraschat Pinchas (Schabbat mit der Toralesung Pinchas, d.i. 4. Mose 25,10-30,1 = Samstag, 17. Juli 1886) nach mehrjährigem, schwerem Leiden im Alter von 76 Jahren in das bessere Jenseits schied und dessen wir hier gedenken sollen. Rabbi Eliah Raphael Rosenbaum – seligen Angedenkens – zeichnete sich eben so sehr als Lamdan (Gelehrter) und Zadik (Gerechter) wie als ein Mann von wissenschaftlicher Bildung, von seltener Geistesschärfe aus. Was ihm aber ein öffentliches Ansehen verlieh, das war die Tatkraft, womit er für seine Überzeugung eintrat, das war sein öffentliches Wirken für die Erhaltung unserer Religion, für die Wahrung jüdischer Interessen, für die Verbesserung unserer sozialen Stellung, für die Sicherung jüdischen Geistes und Lebens in der Unterstützung derjenigen Organe, deren Beruf es ist, diese zu pflegen und zu hegen. So sehen wir ihn durch Schrift und Wort die Interessen des orthodoxen Judentums vertreten, im eigenen wie im fremden Lande. Als von Ungarn aus der Aufruf zur Gründung des Schomrei-Hadat-Vereins (Verein "Wächter der Gesetzes") erfolgt, da erhob auch Rabbi E. R. Rosenbaum – seligen Angedenkens – seine Stimme im 'Israelit' und forderte seine Gesinnungsgenossen in Deutschland auf, dem dortigen Beispiele zu folgen, und wenn sein Streben damals auch nicht den erwünschten Erfolg hatten, so mögen die gestreuten Samenkörnlein vielleicht doch nicht ganz verloren gegangen sein und die nunmehr erstandene freie Vereinigung darf vielleicht ebenfalls als Frucht seiner Bemühung betrachtet werden. Auch für die Errichtung eines jüdischen Gymnasiums erhob er seine Stimme und gab die Wege an, wie solche zu ermöglichen.

    Möchte mit der Zeit auch diese Idee zur Verwirklichung gelangen! Mit der Schärfe seines Geistes beleuchtete er seinerzeit die religiösen Zustände Württembergs und er hatte vielleicht damit den Impuls gegeben für die im Dezember des Jahres 1869 stattgefundene Delegiertenversammlung zu Stuttgart, durch welche, wenn auch nicht gerade Abhilfe geschaffen, wenigstens diese Zustände durch geeignete Organe der königlichen Regierung zu Kenntnis gebracht wurden und das echte Judentum in beredten Worten (durch den Delegierten für Mergentheim, Ludwig Stern) seine Vertretung fand. Es hat sich seitdem auch in dem von dem ehemaligen Oberkirchenamt bezeichneten ‚modernen Jerusalem’ eine orthodoxe Gemeinde in Stuttgart gebildete. Bekannt ist und hervorgehoben zu werden verdient, welchen Anteil Rabbi E. R. Rosenbaum an der Besetzung der Rabbinatsstellen in Unterfranken genommen; seinem energischen, klugen und sachverständigen Eingreifen war es hauptsächlich zu verdanken, dass die Rabbinate Kissingen und Würzburg (bei der jüngsten Rabbinerwahl war er Bevollmächtigter der Landgemeinden des Würzburger Rabbinats) in den besten Händen sind und der religiöse Geist dort wie hier von dieser Seite aus ernstlich angestrebt wird. Auch an der Gründung der Israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt, die sich zu einem wahrhaft wohltätigen, bedeutungsvollen und allgemeiner Anerkennung sich erfreuenden Institute emporgearbeitet, hatte der Selige großen Anteil. Sein Rat, der durch seine juridische Erfahrung und seinen mehrfachen Umgang mit den königlichen Beamten stets das Rechte traf, galt auch dem Gründer der Anstalt, dem großen Gelehrten Seligmann Bär Bamberger – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – als wertvoll, und konnte er in dieser Hinsicht als intellektueller Mitbegründer betrachtet werden. Bis zu seinem Tode war er Mitglied des Kuratoriums der Anstalt. Dem Beispiel seines frommen, für alles Jüdische begeisterten Vaters, des bekannten Rabbi Mendel (Zell) – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – folgend, nahm auch er sich der Besserstellung der Juden Bayerns warm an und suchte zu deren Wohle seinen Einfluss geltend zu machen. So begleitete er in den 40er-Jahren seinen Vater nach München, um an höchster Stelle eine Milderung der unter dem Ministerium Abel erlassenen strengen Gesetze gegen die Juden zu erwirken. Desgleichen unternahm Rabbi Mendel noch im hohen Alter auf dessen Veranlassung und in Begleitung seines Schwiegersohnes G. im Jahr 1861 eine zweite Reise dahin, um am Throne selbst wegen Aufhebung des Edikts von anno 13, das Matrikel-Gesetz der Juden betreffend, sowie die Ausnahmegesetze in Bezug auf den Handel, welche in den 50er-Jahren verschärft und namentlich in Unterfranken streng gehandhabt wurden, zu petitionieren. Die Audienz bei der höchstseligen König Max war von glänzendem Erfolge; die denkwürdigen Worte des gnädigen Königs lauteten: ‚Ich will nicht haben, dass in meinem Lande ein Untertan gedrückt werde!’ Im Januar 1862 wurden das Matrikelgesetz und auch jene belästigenden Einschränkungen im Handel außer Kraft gesetzt.
    Im Jahre 1863 wurde dann vom königlichen Staatsministerium ein Gesetz über die Gleichstellung der Juden den Kammern vorgelegt und von diesen angenommen. Sicher hat auch hierfür Rosenbaum die möglichste Tätigkeit entfaltet.
    Und wie im öffentlichen, so zeigte sich Rosenbaum auch im Privat- und Familienleben als der echte, begeisterte Jehudi. Wenn auch Geschäftsmann, so war ihm doch das Lernen Haupt- und Lieblingsbeschäftigung; er benützte hierzu jede freie Zeit, selbst auf seinem täglichen Wege, den er bis nahe an sein ende zur Stadt machte, lernte er. Diesen Geist der Frömmigkeit und die Liebe zur Tora suchte er auch in seiner Familie zu erhalten und er hatte das Glück, Schwiegersöhne zu finden, die sich eben so sehr als Söhne der Tora wie als gottesfürchtige Männer auszeichnen.
    So konnte Rb. E. Rosenbaum mit Befriedigung auf sein Leben zurückschauen; er hat dasselbe dem Dienste Gottes und der Menschheit geweiht und sich bei der Mit- und Nachwelt ein gesegnetes Andenken gesichert. Sein Tod, wenn auch eine Erlösung von langwierigem Leiden, warf allgemein bedauert und fand bei seinem Leichenbegängnis vollen Ausdruck. Da der Sterbetag am Heiligen Schabbat und anderen Tags schon die Beerdigung zu Schwanfeld stattfand, so erfuhren nur Wenige von dem Trauerfall. Dennoch gaben ihm von hier aus zahlreiche Freunde und Verehrer das Geleite. Am Grab sprach Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger von hier, unter Anwendung der Talmudstelle ‚ein Licht Israels, die rechte Seite, ein starker Hammer’ die Eigenschaft des Verblichenen als eines Sohnes der Tora, als eines Jehudi und als geistiger Kämpfer schildernd. Auch Herr Dr. Tachauer widmete dem teuren Verwandten Worte des Schmerzes und der Anerkennung.
    So möge er dort ruhen und genießen …, uns aber stets im dankbaren Gedächtnis bleiben. ‚Zum ewigen Gedenken sei der Gerechte!’"



    Zum Tod von Jona Rosenbaum 1894

    Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1894: "Rabbi Jona Rosenbaum – das Gedenken an der Gerechten ist zum Segen".
    In der Nacht des vergangenen Schabbat Chol Hamoed (20. Oktober 1894) hat der letzte der Heldensöhne des Rabbi Mendel Rosenbaum in Zell am Main, der berühmte Rabbi Jona Rosenbaum in Zell, seine reine Seele ausgehaucht. Der Tod raffte ihn plötzlich hinweg, er war einem Herzschlage erlegen und wurde an Hoschana Raba (21. Oktober 1894) in Schwanfeld bei Würzburg, auf dem Begräbnisplatze der Familie, zu Grabe getragen. Er entspross der bekannten Familie, die gleich der Makkabäerfamilie mit dem greisen Vater an der Spitze, in trüber Zeit, in welcher die Reformsucht die Wurzel des Judentums in Deutschland zu zernagen drohte, die Fahne des angestammten unverfälschten Glaubens hoch hielt und durch ihr energisches Eingreifen in die jüdischen Verhältnisse Bayerns, namentlich Unterfrankens die Wahrheit auf lange Zeit vor den gefährlichen und böswilligen Angriffen schützte.
    Eine große Anzahl Verwandte und Freunde in Würzburg, die von der Kunde des plötzlichen Hintritts dieses verschiedenen Gerechten niedergebeugt waren, eilten herbei, um ihrem hochverehrten väterlichen Freunde auf seinem letzten Gang nahe zu sein. Ein zwar nicht gefährliches, aber sehr beschwerliches Leiden, das ihn im verflossenen Jahre befallen, scheint ihn auf diese Katastrophe vorbereitet zu haben, denn sein hinterlassenes Testament ordnet mit der größten Genauigkeit die häuslichen Verhältnisse und gibt genaue Anweisungen über die Beerdigung des Toten. Hier bekundet sich sein im Leben besonders hervorgetretener Charakterzug, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit.
    Wenn der Hintritt eines Großen in Israel stets Trauer in allen jüdischen Kreisen häuft, so ist der Verlust eines solchen großen Fürsten in Israel in unserer Zeit, in welcher die Reihen der Mächtigen in Tora und Gottesfurcht leider so sehr gelichtet sind, doppelt schwer. Der jüdische Volksmund in hiesiger Gegend bezeichnete die frommen gelehrten Männer, die mit Feuereifer für Tora und Gottesfurcht eintraten und um die Vertreter derselben, die alten Würzburger Rabbiner - das Gedenken an die Gerechten ist zum Segen - , sich scharten mit dem Namen ‚die alte Garde’, und mit Rabbi Jona – seligen Angedenkens – ist leider der letzte ‚alte Gardist’ von uns geschieden.
    Eine kurze Lebensskizze dieses großen Mannes wird vielleicht dazu beitragen, die Schwere unseres Verlustes zu erfassen. Rabbi Jona lag seit seiner frühesten Jugend mit erstaunlichem Fleiße und Eifer dem Studium der Tora ob, das in den Kinderjahren sein Schwager, der große Raw, der Gerechte Elieser Bergmann – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – leitete. Nachdem derselbe, dem Zuge seines Herzens folgend, mit seiner Familie nach dem heiligen Lande auswanderte, schickte der Vater den geweckten Knaben nach Wiesenbronn, wo der nachmalige berühmte große Gelehrte, unser Herr und Meister Elieser Bär Bamberger – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen, damals noch Geschäftsmann eine Anzahl Knaben als Schüler annahm. Nach dessen Berufung auf den Würzburger Rabbinatsposten folgte er demselben dorthin und wurde einer der hervorragendsten Schüler der damals blühenden Würzburger Jeschiwa, wo er sich ausschließlich mit ‚Lernen’ beschäftigte, weil er , wie es von seinem Vater bestimmt war, dem Geschäft sich widmen und Tora lernen sollte. Nach erlangter Selbständigkeit im ‚Lernen’ suchte er bei dem gelehrten, als großer Meister der Responsen bekannten und anerkennten Schwabacher Raw HaGaon Abraham Wechsler – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – praktisch sich durchzubilden und ging dann von da aus, gleichsam um sein reiches Wissen zu ordnen und zu klären, nach Fürth, wo der berühmte Lehrer seines Lehrers HaGaon Mendel Karga – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – mehreren bevorzugten Schülern den reichen Born seines Wissens zuströmen ließ. Sein gleichgesinnter treuer Genosse auf allen diesen Jeschiwot war der ehemalige berühmte Oberrabbiner Stern – das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen – in Hamburg, der ihn auch nach Zell, in die Heimat begleitete, wo sie zusammen lernten und das berühmte Werk Gidolei Tahara von ihrem letztgenannten Lehrer für den Druck bearbeiteten und mit gelehrten Bemerkungen versehen, herausgaben. Nach seiner Verheiratung mit seiner ihm vor einigen Jahren in den Tod vorangegangenen überaus frommen Gattin widmete er sich dem Geschäfte, und seine ehe war die denkbar glücklichste.
    Dem edlen Beispiele seines hochverehrten Lehrers folgend, strebte er nach dem zu lernen um zu lehren, und er war so glücklich, dieses sein Ideal verwirklicht zu sehen. Eine ziemlich große Anzahl junger Leute lag unter seiner Leitung in dem kleinen Dorfe Zell bei Würzburg dem eifrigen Studium des Talmud und der Responsen ob. Mühevolle körperliche Arbeiten und Geschäftssorgen aller Art hinderten ihn jedoch nicht, den regelmäßigen Schiur mit seinen Knaben zu lernen, und wie oft ließ er, schweißtriefend von einem Geschäftsgange heimkehrend, die jungen Leute nochmals holen, um das durch diesen Gang etwa Versäumte nachzuholen. Und mit welchem Fleiße und mit welcher Opferwilligkeit er das Selbststudium trieb, wusste nur seine nächste Umgebung. Das 'bestimmen die Nächte wie die Tage’ hat er buchstäblich erfüllt, in frühester Morgenstunde, etwa um 2 Uhr, konnte man ihn schon bei seiner Gemara am Tische sitzen sehen. Schreiber dieser Zeilen, der so glücklich war, einige Zeit in seiner Nähe sich aufzuhalten, benutzte die Gelegenheit Halachot mekiit bei ihm zu lernen, und da beide Teile am Tage anderweitig beschäftigt waren, wurde hierzu die Zeit von 3-6 Uhr Morgens bestimmt; und pünktlich zur festgesetzten Stunde weckte er den jungen Mann mit dem Bemerken: ‚Ja, mekoot kann man nur gründlich um diese Zeit lernen.’ So trieb er es bis zu seinem Lebensende und so stieg er von Stufe zu Stufe in seinem wissen, seine immense Gelehrsamkeit wurde von allen, die das Glück hatten mit ihm bekannte zu sein, bewundert, namentlich wurden seine Gründlichkeit und Selbständigkeit in Pasak halacha angestaunt, ebenso wie sein Eifer, auf seine Schüler wohltätig einzuwirken, war auch seine Sorge um die geliebte Familie, namentlich die Erziehung seiner Kinder zu Tora und Gottesfurcht. Seine Söhne sollten gründliche Kenntnisse in unserer heiligen Tora sich aneignen und dann dem Geschäfte sich widmen, und seine Töchter sollten durch aufrichtige Frömmigkeit imstande sein, ein frommes jüdisches Haus, nach dem Muster des elterlichen zu gründen. Dieser sein Lieblingswunsch ging auch in Erfüllung. Seine Söhne leben im Geiste und Sinne ihres großen Vaters und seine Töchter sind an gediegene Söhne der Tora verheiratet, unter welchen … sein ältester Schwiegersohn, Herr Dr. D. Hoffmann – sein Licht leuchte – besonders hervorragt. Er übte auch mit derselben bewunderungswürdigen Gewissenhaftigkeit Gottesdienst und Wohltätigkeit, indem er jede religiöse Vorschrift mit der peinlichsten Genauigkeit beachtete und in dieser Weise auf seine Umgebung zu wirken suchte. Jedes Gespräch lebte er auf Tora und Gebote, um so Lust und Freude an denselben zu begründen.
    So hatte er z.B. den Ehrgeiz, bis zu seinem Todestage die Weisungen zum Laubhüttenfest in vollstem Umgange zu erfüllen, er aß, schlief und lernte noch in den letzten Sukkot-Tagen in der Sukka (Laubhütte). Dabei war dieser seltene Mann höchst einfach und anspruchslos. Für andere zu jedem Opfer bereit, sich selbst jede Entbehrung auflegend, bescheiden in seinem Wesen, Ehre und Anerkennung stets aus dem Wege gehend, fern vom Getriebe der Welt, jeden unnötigen Lebensgenuss entschieden von sich weisend, abgeschlossen und verborgen im Schatten seines Wohnortes, dem Leben der nahe gelegenen Stadt entfremdet, lebte er zufrieden in seinem einfachen Hauswesen in Zell, seinen Sinn nur auf Tora und Gebote gerichtet, sodass die Prophetenworte buchstäblich auf ihn Anwendung finden: Und Jona ging aus der Stadt hinaus und wohnte zur Morgenseite der Stadt und baute sich eine Hütte und saß darunter im Schatten… (Jona 4,5).
    Möge der allgütige Vater den Schmerz der Hinterbliebenen lindern, ihnen Trost spenden und diesen herben Verlust, den das ganze Judentum erlitten, bald ersetzen, indem ein solches erhabenes Muster von Frömmigkeit und Gelehrsamkeit nur zur Nachahmung anspornt."


    Anzeige des Konfektionsgeschäftes Rosenbaum 1884

    Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1884: "Für mein Konfektions-Geschäft suche bei freier Station einen religiösen, sich auf Muster zu verkaufen verstehenden Commis und einen ordentlichen Lehrling. Rosenbaum, Zell bei Würzburg".



    Zur Geschichte der Synagoge

    Bei der Synagoge im "Judenhof" in Zell handelte es sich um einen Betsaal in einem erhaltenen Gebäude im Bereich des Judenhofes.


    Adresse/Standort der Synagoge: Judenhof, Haus Nr. 189

    Fotos

    Fotos sind noch nicht vorhanden; über Zusendungen freut sich der Webmaster von "Alemannia Judaica", Adresse siehe Eingangsseite.



    Links und Literatur

    Links:

    Website der Gemeinde Zell am Main, hier auch ein Heft zur Vorstellung des Ortes mit Hinweisen auf den "Judenhof und Familie Rosenbaum (pdf-Datei)
    Lazarus Henoch = Henry L. Eisen, geb. 1840, heiratete am 16. Juni 1875 Rechal Rosenbaum aus Zell bei Würzburg. Das Ehepaar wandert nach Milwaukee WI aus und dort werden die drei Kinder geboren: weitere Informationen auf einer Seite der Stephani-Volksschule Gunzenhausen
    Exemplarische Wirkungsgeschichte des Reb Mendel Rosenbaum siehe im Bericht zu Reb Mosche Sonn in Schweinshaupten (interner Link)
    Genealogie mit Nachkommen des Rosenbaum, Isak Loeb (geb. 1842 in Zell am Main, gest. 1898 in Memmingen) Link
    1 2
  • Change Date: 3 AUG 2007 at 15:24:54



    Father: Isaak, Loeb ROSENBAUM b: in Hoechberg
    Mother: Gendel FEIVUSH b: Abt 1752 in Kleinsteinach,Ufr.,Bayern,Deutschland

    Marriage 1 Hendel SCHMAI b: 1782 in Wonfurt b. Hassfurt,Ufr.,Bayern,Deutschland
    • Married: 1803 in Theilheim 1 2
    Children
    1. Has No Children Rivka,Silla ROSENBAUM b: 19 JUN 1806 in Theilheim,97288,Ufr.,Bayern,Deutschland
    2. Has No Children Moses ROSENBAUM b: 19 JUN 1806 in Theilheim,97288,Ufr.,Bayern,Deutschland
    3. Has Children Elias,Rafael ROSENBAUM b: 23 AUG 1810 in Theilheim,97288,Ufr.,Bayern,Deutschland
    4. Has Children Hannchen,Chana ROSENBAUM b: 28 JUL 1812 in Theilheim,97288,Ufr.,Bayern,Deutschland
    5. Has No Children Elise,Elisa ROSENBAUM b: 1813 in Theilheim,97288,Ufr.,Bayern,Deutschland
    6. Has No Children Isaak,Loeb ROSENBAUM b: in Theilheim,97288,Ufr.,Bayern,Deutschland
    7. Has No Children Sara ROSENBAUM b: Abt 1815 in Zell /Main,Ufr.,Bayern,Deutschland
    8. Has No Children Jonas ROSENBAUM b: 12 MAY 1822 in Zell /Main,Ufr.,Bayern,Deutschland
    9. Has No Children Michael ROSENBAUM b: in Zell /Main,Ufr.,Bayern,Deutschland

    Marriage 2 Kres
    • Married: 1843 1 2

    Marriage 3 Sophie STERN b: 1807 in Oldhausen im Kon,Baden Wuerttemberg,D
    • Married: 15 MAR 1864 in Zell /Main 1 2

    Sources:
    1. Title: GEDCOM File : LesMoyaux.ged
      Abbrev: GEDCOM File : LesMoyaux.ged
      Date: 15 MAY 2007
    2. Title: GEDCOM File : LesMoyaux.ged
      Abbrev: GEDCOM File : LesMoyaux.ged
      Date: 23 MAR 2016
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